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Nienburg, Walsrode, der Heidekreis und die Region Hannover sind die Heimat unserer Stammkunden seit einem halben Jahrhundert!

In einer der ältesten Diskotheken Deutschlands feiert Alt und Jung zusammen - egal ob Weihnachten, Silvester oder am Wochende. Auch die "alten Hasen" treffen sich regelmäßig zur Oldie-Maus nach Jahren mal wieder.

Bernfried Höper hat zusammen mit seiner Mutter Sofie Höper Ende der 60er Jahre eine geniale Idee gehabt, als sie den alten Saal zur Diskothek in Rodewald umbauten. Sie haben mit ihren Veranstaltungen dafür gesorgt, dass eure Groß- oder Ur-Großeltern zusammen kommen.

Heute wollen wir, dass DU in unserer Kult-Disko feierst!

icon_img 50 Jahre Blaue Maus icon_img 10 Jahre Hektarparty

 

Friedrich Bartling war schon am Eröffnungsabend dabei

Der DJ blieb stets nüchtern

Wenn Friedrich Bartling an die Anfangsjahre der Blauen Maus zurückdenkt, dann glänzen seine Augen. "Schon als das damals angekündigt wurde, wussten wir, das wird was ganz Großes für uns", sagt der Musikfan. Am Eröffnungsabend schwang er sich auf seine Zündapp und sauste ins Nachbardorf Rodewald. "Ich kam aus Lutter, wollte nichts lieber, als dem spießigen Alltag dort entkommen", sagt er. Was er dort in Höpers umgebauter Scheune erlebte, begeisterte ihn: Glasbausteine mit Licht dahinter im Fußboden, laute Musik, skurrile Typen - alles, was sich ein 17-Jähriger vom Dorf wünschte.

"Es war ein bisschen wie eine andere Welt, da wollte ich immer wieder hin", sagt Bartling lächelnd. Kein Wunder, dass er bald zum Team gehörte. Bis in die 70er-Jahre hinein bediente er die Plattenspieler, im Wechsel mit Mitinitiator Walter Detmering. Gespielt wurde immer, was in der Rock- und Flower-Power-Szene angesagt war. Black Sabbath, Nazareth, Cat Stevens. "Da haben wir mächtig Wert drauf gelegt, dass es immer der letzte Schrei war." Mit Alkohol und Drogen habe er nie viel anfangen können, blieb stets nüchtern, wie er betont.

"Es hieß immer, die Maus wäre so ein Sündenpfuhl, aber so schlimm war das gar nicht." Das kam an, auch bei den Mädchen. "Wir saßen vor den Plattenspielern auf einem ausrangierten Doppelsitz aus einem Bus, da haben sich immer mal welche mit hingesetzt", erzählt Bartling. Und fügt verschmitzt hinzu: "Der Chef Bernfried Höper, hat das nicht so gern gesehen, wir sollten uns ja auf der Arbeit konzentrieren." Immer mal wieder kam der imponierende Gastwirt vorbei und verscheuchte die Fans.

Nur einmal habe der Chef ein Auge zugedrückt. "1974 habe ich bei der Arbeit Karin kennengelernt, heute ist sie meine Frau. Wenn sie sich zu mir setzte, hat Bernfried nichts gesagt, er hat wohl gemerkt, dass das wichtig war." Heute lebt das Paar in Poggenhagen, denkt gerne an die wilde Zeit zurück. "Vor zwei Jahren sind wir mal zur Oldie-Maus gegangen, das war auch ganz schön", sagt Bartling.


Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung

 

Wo manches Paar sein Glück fand

Die Rodewalder Kultdisko "Blaue Maus" wir 50

Es ist der älteste Tanzschuppen im Landkreis und eine der ältesten Diskotheken Deutschlands: Die Kultdisko "Blaue Maus" in Rodewald wird 50. Am Sonnabend, 17. März, ist die Jubiläumsparty angesagt. Einen Tag zuvor feiert die "Wilde Maus" runden Geburtstag: So heißt die "Hektarparty", die seit zehn Jahren in der "Blauen Maus" veranstaltet wird.

Hektarparty oder Bauernparty: Das Publikum ist ganz gemischt. "Das Durchschnittsalter ist 25", sagt Inhaber Tim Höper (35), der die Disko zusammen mit seiner Frau Franziska (28) betreibt. "Es kommen aber auch 55-Jährige." Ob Weihnachten, Silvester oder am Wochenende. Auch die "alten Hasen" treffen sich regelmäßig zur "Oldie-Maus" nach Jahren mal wieder.

Zwar hat die "Blaue Maus" nur 14-mal im Jahr geöffnet, aber wenn Party angesagt ist, drängen die Leute in die Disko. 2000 Besucher bei der Hektarparty und 500 bis 600 beim Tanz, der traditionell immer am ersten Weihnachtstag stattfindet, sind die Regel. Dreimal im Jahr spielt eine Liveband. Dann baut Tim Höper extra ein Zelt auf. Ungewöhnlich: Einmal im Monat lädt die agrarwirtschaftliche Justus-von-Liebig-Schule der Region Hannover zur 90er-Jahre-Party ein. Früher gab's auch eine "Wilde-Sau"-Party, erinnert sich Tim. "Maus außer Haus" heißt es beim Schützenfest. Dann verlagert Tim Höper seine Disko nach Rodewald u.B. in ein Zelt.

Die Musik ist wie das Publikum ein Mix: "Wir haben ein ganz buntes Repertoire. Wir spielen eher Schlager, alles, was auf NDR 1 läuft. Zu später Stunde wird's dann rockiger." Was seine Frau besonders gut findet: "Es ist Musik, zu der man noch zu zweit tanzen kann." Die "Blaue Maus" wurde im April 1968 von Tims Vater Bernfried eröffnet. Er hatte die Idee, aus dem ehemaligen um 1900 erbauten Festsaal und Theater gegenüber seiner Gaststätte "Deutsches Haus" eine Disko zu machen. Allerdings musste er seine Mutter Sophie von seinem Plan überzeugen. Nachdem Bernfried Höper 2010 gestorben war, übernahm Tim Höper die Disko. Dorfschuppen oder Bauernschuppen wird sie auch genannt. Daran musste sich Tim erst einmal gewöhnen. Doch warum nicht?, dachte er sich schließlich. Er selbst ist Landwirt, hat einen Bauernhof mit 100 Bullen und 50 Kühen, 100 Hektar Ackerland und 30 Hektar Weideland. "Das passt doch", findet er heute.

Viel habe sich nicht verändert in den 50 Jahren, sagt Franziska. Sie merkt es an den Reaktionen älterer Besucher, wenn sie ins Staunen geraten. "Oh wie schön", sagen sie und fühlen sich in ihre Jugendzeit zurückversetzt. Manches Paar hat in der "Blauen Maus" ihr Glück gefunden. "Einige haben schon ihre silberne Hochzeit gefeiert", weiß Franziska Höper. Und einige feiern bald ihre Goldene.

Den Namen "Blaue Maus" soll 1968 ein Vertreter vorgeschlagen haben - als Pendant zur "Roten Katze", einem Vergnügungslokal in Hamburg. Die Disko lief gut. Es gab aber auch schlechte Zeiten. In den 90-er Jahren ging der Trend zur Großdiskos mit Lasershow und teuren Musikanlagen.

Proppenvoll ist die "Blaue Maus" mit ihrer 400 Quadratmeter großen Tanzfläche vor allem am ersten Weihnachtstag. Eine Besucherin fragte Tim Höper, wo denn die Tanzfläche sei. Sie stand schon drauf, aber zum Tanzen war kaum noch Platz. Heute baut Tim extra ein Zelt an, wenn große Partys gefeiert werden.

Einer der ersten Diskjockeys war Walter Deterding. "Er hatte Musik im Blut", schwärmt Tims Mutter Ingrid Höper (69). Deterding wanderte in späteren Jahren nach Tansania aus, machte dort einen eigenen kleinen Radiosender auf. Sein Weggefährte war Erich Gathmann (70). Über Deterding, er im Herbst vergangenen Jahres im Alter von 75 Jahren starb, sagt er: "Er hatte eine große Plattensammlung. Mit Rock'n'Roll über Pop bis zum Schlager setzte er die Gäste in Bewegung." Während Deterding die Platten auflegte, mixte Gathmann die Drinks: Bier, Bacardi, "Backhaus" waren die beliebtesten Bestellungen. Ein "Backhaus" ist noch heute Cola mit doppelt Rum, so wie sie ein Stammgast gleichen Namens aus dem Nachbardorf seinerzeit am liebsten hatte.

Gathmann stand noch von Ende 1968 bis August 1977 hinter der Theke. "Damals war die 'Blaue Maus' noch mittwochs, freitags, sonnabends und sonntags geöffnet. Wir hatten viel Spaß, es war der Anlaufpunkt für alle aus einem Umkreis von 40 Kilometern."

"Gib mir 10 000 Mark, und ich bau' dir eine Disko" hatte Walter Deterding zu Bernfried Höpers Mutter gesagt. Gesagt, getan. Mit seinem handwerklichen Geschick baute er auf der Tanzfläche auch ein Glasband ein. "Es blinkte oben und unten", schwärmt Erich Gathmann noch heute. Er selbst geht nicht mehr in die "Blaue Maus". "Meine drei Kinder im Alter von 22, 24 und 27 halten jetzt die Stellung", sagt er. Trotz des großen Repertoires, Tim Höpers Musikgeschmack trifft wohl keiner der DJs. Denn er liebt Soul der 60er Jahre. "Am liebsten von Sam Cooke", sagt er. Der US-amerikanische Sänger gilt als einer der Väter des Souls.


Quelle: Die Harke

 

"Bier Bacardi, Backhaus"

Kultdiscothek Blaue Maus feiert im März ihr 50-jähriges Bestehen / Chef Tim Höper führt die Bezeichnung Bauerndisco inzwischen als Ehrentitel

Sie ist eine der ältesten ihrer Art: Noch immer öffnet die Kult-Discothek Blaue Maus in Rodewald regelmäßig ihre Türen fürs Partyvolk. Im März steht ein Partywochenende zum 50-jährigen Bestehen an. Als sie 1968 öffnete, war die Blaue Maus weithin die einzige Disco auf dem Land. Bernfried Höper und seine Mutter Sofie hatten sich überzeugen lassen, im alten Schuppen auf dem Familienhof etwas Neues zu wagen: Günstige Getränke, laute Musik, so wie es die Jugend wollte. Ein Kieler Club namens Rote Katze gab die Anregung für den Namen.

Seit der ersten Stunde dabei war Walter Detering, Musik- und Technikfan mit imposanter Plattensammlung und einem Händchen fürs Publikum, wie sich Weggefährte Erich Gathmann erinnert: Mit Klängen von Rock'n'Roll über Pop bis zum Schlager setzte er die Gäste in Bewegung. Während Detering den Plattenspieler bediente, mixte Gathmann die Drinks. "Bier, Bacardi, Backhaus", fasste er die beliebtesten Bestellungen kurz zusammen, fügte schnell hinzu: "Limonade war natürlich auch gefragt". Ein Backhaus ist noch heute Cola mit doppelt Rum, so wie sie ein Stammgast gleichen Namens aus dem Nachbardorf seinerzeit am liebsten hatte.

Hausherr Bernfried Höper scherzte mit den Gästen und wusste Störenfriede bei Bedarf in die Schranken zu weisen. "Er war eine Hüne von Kerl, da waren Streitigkeiten schnell geschlichtet", erinnert sich Gathmann. Wer gar keine Ruhe geben wollte, wurde am Nacken gepackt und an die frische Luft gesetzt.. Drum herum blinkten bunte Lichter, auch unter Glasbausteinen im Fußboden. "Das war damals schon was Besonderes", sagt Gathmann.

Viel mehr brauchte es über Jahre gar nicht: "Kaum Komfort, Uralt-Lautsprecher, aber rappelvoll", titelte die Leine-Zeitung kurz vor dem 25-jährigen Bestehen. Da standen die Gäste Schlange vor dem Einlass zur Oldie-Party und genossen das Wiedersehen mit Freunden und Bekannten. Auch wenn die illustre Gesellschaft vergangener Tage regelmäßig Platz für neue Jugend machte, wenn auch nach dem Tod von Seniorchef Bernfried Höper heute dessen Sohn Tim die Geschäfte führt, die Blaue Maus ist für viele noch immer wichtige Partyadresse.

"Ich habe lange mit dem Etikett 'Bauerndisco' gehadert", sagt Tim Höper. "Bis mir klar wurde, das ist doch genau, was wir hier machen." Der 34-jährige studierte und weitgereiste Landwirtschaftsfachmann hat sich durchgerungen, seine Lehrtätigkeit bei der Deula (Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik) in Nienburg aufzugeben, bewirtschaftet nun Hof und Gastwirtschaft der Familie in Rodewald. "Die Gäste vom Lande sind fröhlich und wissen sich zu benehmen, auch wenn sie mal ein Glas zu viel haben."

Fürs dörfliche Publikum bietet Höper "Hektar-Partys", Oldie-Abende und Neunzigerjahre-Partys an, geht bei Bedarf auch mit der "Maus außer Haus" auf Zelt-Tour und arbeitet mit Landwirtschaftsschulen wie der Justus-von-Liebig-Schule in Hannover zusammen. Denn für eine gute Party reist junges Landvolk meilenweit. Zum Party-Wochenende steigt am Freitag, 16,. März, eine "Hektarparty". Und beim Jubiläumsabend am Sonnabend, 17. März, hofft Höper, viele alte Maus-Gäste von ihren Sofas zu locken.


Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung